PRIVATPRAXIS: 089 44 46 96 99 kontakt@integrative-facharztpraxis.de
Regelmäßige_Bewegung

Eine Auswertung von verschiedenen Studien hat gezeigt, dass sich regelmässige Bewegung sowohl kurz- als auch langfristig günstig auf Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung auswirkt, erläuterte Professor Carl Reimers, Chefarzt der Klinik für Neurologie der Zentralklinik Bad Berka in Thüringen. Ältere Menschen zum Beispiel hätten ein um 37 Prozent verringertes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Je nach Dauer der Belastung habe die Bewegung verschiedene Effekte: Wer bis zu einer Stunde Sport treibt, kann Informationen besser verarbeiten und schneller reagieren. Wer länger aktiv ist, kann sich dazu noch Dinge besser merken. Die therapeutische Wirksamkeit von Bewegung sei durch zahlreiche Studien so gut belegt wie für keine andere allgemeine Maßnahme, betonte Professor Gerd Kempermann vom Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Dresden. Er rät, körperliche und geistige Aktivität zu verbinden, um das Gehirn offen für Neues zu halten – beispielsweise durch Mannschaftssportarten, aber auch durch Tanzen.

Regelmässiger Sport trainiert auch das Gedächtnis

Regelmäßiger Sport bringt das Gehirn auf Trab. Der vom römischen Dichter Juvenal (60 bis 140 n.Chr.) vor fast 2000 Jahren vermutlich ironisch gemeinte Spruch „Mens sana in corpore sano“ („ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“) enthält doch viel Wahrheit. Sport tut nicht nur dem Körper gut, sondern wirkt sich auch positiv auf das Gehirn aus. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erklärten Ärzte, Bewegung verbessere nicht nur die Denkfähigkeit. Sie könne sogar das Risiko neurologischer Erkrankungen wie Schlaganfall oder Alzheimer-Demenz verringern.

Allerdings: Sport ist nicht gleich Sport. Wichtig sei, dass der Sport mit einem Mindestmaß an Anstrengung verbunden ist. Zwar sollte man sich nicht total verausgaben, aber zumindest ins Schwitzen geraten. Die Experten vermuten, dass eine verbesserte Denkfähigkeit mit der Durchblutung zusammenhängt: Auch das Gehirn bekommt mehr Nährstoffe, wenn sich die Leistung von Herz und Gefäßen durch Sport erhöht. Durch Entspannungsübungen oder Muskeldehnung lässt sich die Hirnleistung dagegen nicht steigern.

Bewegung fördert bestimmte Funktionen des Hirns: Schon bei einem normalen Spaziergang wird das Gehirn um fast 15 Prozent besser durchblutet, was auch positive Auswirkungen auf die geistige Fitness hat. Stärkere physische Aktivitäten führen jedoch zu keinem weiteren nennenswerten Anstieg der Durchblutung. Eine moderate, regelmäßige Bewegung reicht also völlig aus, um die grauen Zellen zu unterstützen. Nicht nur ältere, auch jüngere Menschen profitieren davon – wer als junger Erwachsener aktiv ist, verbessert Studien zufolge auch Teile seiner Gedächtnisleistung im Alter. Genau wie ein Muskel benötigt auch das Gehirn regelmäßige Bewegung, um auch bis ins hohe Alter fit zu bleiben.

Wer sich bewegt, fördert seine Hirnleistung

Körperliche Aktivität trägt zur Bildung von Synapsen im Gehirn bei. Die Synapsen verbinden die Nervenzellen miteinander, sodass Informationen von Zelle zu Zelle weitergeleitet werden. Aber nicht nur die Bewegung allein, auch viele Rahmenbedingungen, die damit verbunden sind, sorgen für geistige Fitness. Sei es die Entwicklung sozialer Kompetenz beim Mannschaftssport oder die Auseinandersetzung mit den Regeln einer Sportart: Ganz nebenbei haben viele Sportarten positive Eigenschaften, die unser Hirn ebenfalls fordern. Und wer regelmäßig mit anderen Menschen zusammen trainiert, sprich sozial aktiv ist, trägt viel dazu bei, den natürlichen geistigen Abbau zu verlangsamen.